Nationalpark Lovcen
Mit seiner gesamten Oberfläche von 6.400 Hektar fällt der Berg Lovcen unter eine besondere Kategorie von Nationalparks: hier spielt nicht die Natur die Hauptrolle, sondern das kulturgeschichtliche Erbe. Der Park wird dominiert vom Berg Lovcen, auf dessen Gipfel sich das Mausuleum des großen Dichters und Philosophen Njegos befindet, des großen geistlichen Herrschers von Montenegro im 19 Jahrhundert.

Von vielen wird der Lovcen auch ,,der montenegrinische Olymp" genannt; nach der Vorstellung der Menschen hausten hier die Götter mit menschlichem Antlitz, und in der Tat waren es Menschen, die den Lovcen zum Heiligtum machten. Wirkliche Menschen mit ihren kühnen Taten des Geistes, ihrer Hände und Waffen. Jahrhundertelang war hier die Zuflucht der montenegrinischen Herrscher, hier war schon 1494 das erste kyrillische Buch der Südslawen gedruckt worden.

Hier auf der Landkarte war der einzige Punkt zwischen dem türkischen und dem österreich-ungarischen Keiserreich, der immer in einen besonderen Farbton dargestellt war; der Farbe der freien Territorien. Hier liegt auch Cetinje, durch Jahrhunderte Montenegros Haupt und Trohnstadt - ein Ort, der ein Museum für sich darstellt: Montenegros Geschichte wie in einer Nußschale.
Doch weist dieser Ort auch große Naturschönheiten und bemerkenswerte Besonderheiten auf. Der gesamte Raum, der vom Gipfel des Lovcen leicht zu überblicken ist, weist zum Teil ein typisch mediterrane Züge auf, um dann aber schnell in eine alpenländische anmutende Hochgebirgszone (1749 m) überzugehen, bevor er zum Schluß in den sumpfigen Nierungen des Skadar Sees endet. Diese klimatische und geographische Verschiedenheit des Nationalparks Lovcen drückt sich auch in der Vielfalt seiner Flora und Fauna aus